Projekt: Zwischen 2 Schleusen
Eine künstlerische Stadtforschung über den Landwehrkanal in Berlin
Daten
Timeline | Brücken | Straßen | Tunnel
Timeline (wird laufend ergänzt)
- 1700 - Entwässerungskanal
- 1705 - Verbindung des Heidekampschen Grabens mit dem Wiesengraben zum Landwehrgraben, Teilweiser Ausbau bis zum Halleschen Tor als Floßgraben für Holztransporte
- 1818 - Pläne für eine Umgehungs-Wasserstr / 1820 gestoppt
- 1840 - Bauplan durch Lenné, Aufgaben: Entlastungskanal der Spree, Entwässerung der angrenzenden Gebiete, Materialtransport für Stadtausbau, Hochwasserentlastung der Spree
- 1844 - Bau des Zoologischen Gartens
- 1845 - Baubeginn
- 1847 - Gasanstalt an der Gitschiner Strasse geht in städtischen Besitz über
- 1947: Eröffnung des Studentenbads an der Ratiborstrasse
- ab 1848 - Beginn des Baus des Luisenstädtischen Kanals als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
- 1848 - Oktober, blutiger Zuammenstoß zwischen Arbeitern und Bürgerwehr mit mehreren Toten
- 1850 - 2. September Einweihung und Übergabe an den Verkehr
- 1852 - 15. Mai Fertigstellung des Luisenstädtischen Kanals (vom Urbanhafen über Wassertorplatz, Oranienplatz, Engelbecken, Schillingbrücke/Köpenicker Schleuse zur Spree)
- 1883-90 - erster Ausbau, Vertiefung, Einfassung mit Steilufern, Erhöhung der Brücken Ausbau der Ladestrasse am Maybachufer auf 2km Bau einer Ladestrasse am Halleschen Ufer zwischen Schönerberger Brücke und Möckernbrücke Bau der Ladestrassen Charlottenburger Ufer Ost und West
- 1891 - Bau des Urbanhafens
- 1902 - Baubeginn des Neuköllner Schifffahrtskanals Aufgabe der Ladestrasse am Maybachufer
- 1926/27 - Zuschüttung des Luisenstädtischen Kanals mit dem Aushub des U-Bahnbaus der heutigen Linie 8 (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) und Umwandlung in einen Grünzug
- 1932 - Fertigstellung des Shell-Hauses am Reichpietschufer
- 1934-39 - Untertunnelung für die NordSüd-S-Bahn
- 1936-41 - zweiter großer Ausbau, weitere Vertiefung, Verlegung/Erweiterung der Schleusen
- 1945 - Sprengung des S-Bahntunnels unter dem Kanal, nahezu alle Brücken über den Kanal werden zerstört
- 1946 - Wiederherstellung der Tunneldecke
- 1946-55 - Instandsetzung des Kanals / wichtiger Transportweg für Lastschiffe (Trümmerschutt)
- 1950: Wiederaufbau der Großbeerenbrücke, der Zossener Brücke, der Kottbusser Brücke und der Herkules-Brücke
- 1952: Wiederaufbau der Möckernbrücke
- 1952-54: Aufgabe aller noch vorhandenen Ladestrassen
- 1953: Wiederaufbau der Schöneberger Brücke
- 1955: Wiederaufbau der Hobrechtbrücke und der Corneliusbrücke
- 1956: Umbenennung des Kottbusser Ufers in Lincke-Ufer
- 1956: Schließung des Studentenbads an der Ratiborstrasse aufgrund zu schlechter Hygieneverhältnisse
- 1957: Wiederaufbau der Waterloo-Brücke
- 1957: Instandsetzung des Gartenufers am linken Kanalufer vor dem Gelände des Zoologischen Gartens
- 1958: Wiederaufbau der Bendlerbrücke (früher Holtzendorffbrücke)
- 1959: Eröffnung des Festplatzes am Lützowplatz mit dem 11. Berliner Oktoberfest incl. improvisierten Landesteg am Kanal
- 1959/60 - Zuschüttung des Schöneberger Hafens Damit entsteht auch ein etwa 150 Meter langer Straßenabschnitt des Halleschen Ufers zwischen Schöneberger und Köthener Straße. Das restliche Areal des Hafens wird zu einer Grünanlage umgestaltet.
- 1960: Der Landwehrkanal wird Bundeswasserstraße
- 1961-89 - einzige Verbindung zwischen Spree und Teltowkanal (über Neuköllner Schifffahrtskanal) in WestBerlin
- 1962 - 8. Juni, acht Männer, fünf Frauen und ein Säugling fahren am frühen Morgen mit dem Ausflugsdampfer "Friedrich Wolf" der Ost-Berliner "Weißen Flotte" von Treptow aus auf der Spree in Richtung Innenstadt zum Landwehrkanal, dessen Einmündung schon zu West-Berlin gehört. Nach etwa 50 Metern setzen sie das Schiff gegen das Ufer und springen unter den Schüssen von DDR-Grenzposten auf die Böschung, geschützt von das Feuer erwidernden West-Berliner Polizisten. Der Schiffsführer und der Maschinist, die in der Nacht zuvor von den Flüchtlingen unter Alkohol gesetzt worden waren, steuern die "Friedrich Wolf" nach Ost-Berlin zurück, wo man sie sofort festnimmt. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1963 - Baubeginn des Kulturforums nördlich des Landwehrkanals an der Potsdamer Strasse und damit einhergehend der Abriss des "Hauses des Fremdenverkehrs"
- 1963/64 - Teilverfüllung des Urbanhafens
- 1964 - Baubeginn des Erweiterungsbaus des Urbankrankenhauses
- 1966 - Eröffnung des erweiterten U-Bahnhofes Möckernbrücke mit dem Brückenbau von der Hochbahn zum unterirdischen Bahnsteig
- 1966 - 7. November, Kreuzbergs stellv. Bezirksbürgermeister Erwin Beck vollzieht im Beisein einer größeren Menschenmenge zum 100. Geburtstag des 1946 verstorbenen Berliner Operettenkomponisten die Umbenennung des Lincke-Ufers am Landwehrkanal in Paul-Lincke-Ufer, das damit nach längerer Diskussion in der Öffentlichkeit "nun endlich" auch den Vornamen des Namensgeber erhält. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1967/68: Bau der Mehringbrücke (Erhöhung der Uferstrasse um 2m)
- 1968 - Einweihung der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe (Potsdamer Strasse / Reichpietschufer)
- 1979 - Eröffnung des neuen Bauhaus-Archivs an der Herkulesbrücke
- 1986 - 13. November, SPD, AL sowie der kleinere Teil der Fraktion von CDU und FDP billigen den Antrag zur Errichtung eines Mahnmals für die 1919 ermordete Rosa Luxemburg am Landwehrkanal, wo Angehörige der Gardenschützen-Division deren Leiche ins Wasser geworfen hatten. Besonders heftig mißbilligt der frühere Justizsenator Oxfort (FDP) diese Entscheidung, da Rosa Luxemburg zur Gewalt gegen die junge Republik aufgerufen und keine Demokratin gewesen sei. Ihm wie den Mahnmalgegnern in den eigenen Reihen widersprechen Bürgermeisterin Laurien und CDU-Generalsekretär Landowsky mit dem Argument, daß, auch wenn man die politische Überzeugung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts nicht teile, es der Respekt vor den Opfern des ersten politischen Mordes in der deutschen Republik gebiete, ein Mahnmal zu setzen. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1987 - Freigabe des 3,3 Hektar großen Erweiterungsgeländes des Zoos nördlich des Landwehrkanals mit der neuen Lichtensteinbrücke als Verbindung
- 1987 - Wiederaufbau der Fussgängerbrücke Hiroshimasteg (früher Lützowbrücke)
- 1987 - 27. November, zwei jungen Männern im Alter von 22 Jahren gelingt die Flucht nach West-Berlin, als sie in den Abendstunden die Spree durchschwimmen und über den Flutgraben des Landwehrkanals in den Bezirk Kreuzberg gelangen. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1987 - 17. Dezember, Enthüllung der von dem Architekten Ralf Schüler gestifteten und geschaffenen Denkmäler für Rosa Luxemburg (an der Lichtensteinbrücke) und Karl Liebknecht (Am Großen Weg, Nordufer des Neuen Sees)
- 1988 - Einweihung des Erweiterungsbaus im Anschluß an das alte Frontgebäude des früheren Reichsversicherungsamtes am Landwehrkanal/Reichpietschufer errichteten Wissenschaftszentrums
- 1988 - Fertigstellung des "Grand Hotel Esplanade" am Lützowufer
- 1989 - 7. Januar, rechtsextremistische Täter schänden mit Schweinekopfhälften die Gedenkstätte Plötzensee, das Mahnmal auf der Putzlitzbrücke zur Erinnerung an die von hieraus deportierten jüdischen Mitbürger und das Denkmal für Rosa Luxemburg am Landwehrkanal. Beim Berliner dpa-Büro brüstet sich telefonisch eine bislang unbekannte "Bewegung 20. April" (das Datum von Hitlers Geburtstag), die drei Gedenkstätten "stark geehrt" zu haben. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1989 - 25./26. Februar, waren es an den letzten Wochenenden erst einige hundert Polen, die auf dem sogenannten Krempelmarkt zwischen Landwehrkanal und Lenne-Dreieck östlich der Staatsbibliothek Lebensmittel, Haushaltswaren, Textilien oder Kunstgewerbe feilbieten, so zählt die Polizei diesmal etwa 8000, so daß sich, so die "tageszeitung", dort "ein unüberschaubares Chaos" ausbreitet. Die Kreuzberger Gesundheitsstadträtin Brunhild Duthe (AL) bemerkt, daß dieser Markt in seinem jetzigen Zustand nicht bestehen bleiben dürfe. Sie will den Handel "legalisieren", Stände einrichten und Gebühren verlangen, um die anfallenden Reinigungsarbeiten und das Aufstellen von Toiletten davon zu bezahlen. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1992 - 24. März, für sein 67 000 Quadratmeter großes Gelände zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal lobt Daimler-Benz einen Architektenwettbewerb aus, abgestimmt mit den Senatsverwaltungen für Bau und Stadtentwicklung sowie dem Bezirk Tiergarten. 14 in- und ausländische Architekturbüros werden sich beteiligen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die Architekten, unter ihnen auch die Gewinner des früheren städtebaulichen Wettbewerbs, Heinz Hilmer und Christoph Sattler, ihre Vorstellungen bis Mitte Juli entwickeln. Vorgesehen sind Büro- und Geschäftsflächen, ein vielfältiges Angebot gastronomischer Einrichtungen, 750 Wohnungen, ein Hotel samt Kongreßzentrum und ein Musical-Theater. Das historische Weinhaus Huth soll in die Planungen einbezogen werden; der 1971 errichtete "Bellevue-Tower", in dem Studenten wohnen, soll dagegen abgerissen werden. Unterirdisch sind 2500 Autostellplätze geplant. (Berliner Chronik, Landesarchiv)
- 1993 - 10. Oktober, Sprengung des "Bellevue-Towers"
- 2001 - Fertigstellung des Erweiterungsbaus des Deutschen Technikmuseums am Tempelhofer Ufer
- 2007 - Beginn von Sanierungsmaßnahmen am Kanal, Bildung einer Bürgerinitiative gegen Baumfällungen, Einleitung von Mediationsverfahren
Brücken
Insgesamt gibt es 36 Brücken, die sich zu Fuß überqueren lassen, davon sind 9 reine Fußgängerbrücken, 3 sind reine Eisenbahnbrücken (EB), 4 Brücken wurden erst nach dem 2. Weltkrieg erbaut (N), 4 Brücken existieren nicht mehr (X).
Brückennamen von Ost nach West: Obere Freiarchenbrücke | Schlesische Brücke | Ernst-Heilmann-Steg (F) | Treptower Brücke | Görlitzer Eisenbahn-Brücke (F) | Wiener Brücke (X) | Thielenbrücke | Hobrechtbrücke | Kottbusser Brücke | Admiralbrücke | Baerwaldbrücke | Waterloobrücke | Zossener Brücke | Hallesche-Tor-Brücke | Mehringbrücke (N) | Großbeerenbrücke | U-Bahnübergang Möckernbrücke (F)(N) | Möckernbrücke | Anhalter Steg (F)| Hochbahnbrücke U1/U3 (EB) | Schöneberger Brücke | Köthener Brücke | Hochbahnbrücke U2 (EB) | Postdamer Bahnbrücke (EB, X) | Augustabrücke (X) | George-C.-Marshallbrücke (N) | Potsdamer Brücke | Bendlerbrücke | Hiroshimasteg (F) | Herkulesbrücke | Corneliusbrücke | Lichtensteinbrücke, Rosa-Luxemburg-Steg (F) | Untere Freiarchenbrücke (F) | Südliche Fußgängerbrücke Unterschleuse (F) | Eisenbahnbrücke an der Unterschleuse (EB) | Charlottenburger Brücke | Marchbrücke | Dovebrücke
Straßen entlang des Landwehrkanals
in den Bezirken: Treptow | Kreuzberg | Neukölln | Tiergarten | Charlottenburg
Strassennamen am Nordufer von Ost nach West: Schleusenufer | Heckmannufer | Görlitzer Ufer | Paul-Lincke-Ufer | Fraenkelufer | Fußweg am Böcklerpark | Fußweg am Sommerbad Kreuzberg | Fußweg am Pumpwerk Kreuzberg | Gitschiner Straße | Hallesches Ufer | Reichpietschufer | Herkulesufer | Corneliusstraße | Tiergartenufer | Salzufer |
Strassennamen am Südufer von West nach Ost: Einsteinufer | Müller-Breslau-Straße | Gartenufer | Katharina-Heinroth-Ufer | Lützowufer | Schöneberg Ufer | Tempelhofer Ufer | Waterloo-Ufer | Brachvogelstraße | Carl-Herz-Ufer | Fußweg am Urbanhafen | Planufer | Maybachufer | Wiesenufer | Fußwege am Flutgraben Nord + Süd | Am Flutgraben
Tunnel unter dem Landwehrkanal
S-Bahntunnel: 150m unterhalb der Möckernbrücke (S1, S2)
U-Bahntunnel: an der Kottbusser Brücke (U8) | an der Mehringbrücke (U6) | oberhalb der Unterschleuse in Tiergarten (U9)